Das Polyzystische Ovar Syndrom (PCO) bzw CHA (chronisch hyperandrogenämische Anovulation)
as PCO Syndrom ist die häufigste Hormonstörung der Frau. Im Ultraschall sieht man meistens vergrößerte Eierstöcke mit zahlreichen kleinen Eibläschen unterhalb der Oberfläche, was dieser Hormonstörung auch den Namen gegeben hat. Bei dieser Störung werden im Eierstock zuviel männliche Geschlechtshormone gebildet. Durch die Umwandlung zum weiblichen Geschlechtshormon im Fettgewebe wird der natürliche Regelkreislauf zwischen Hirnanhangsdrüse und Eierstock gestört und der Eisprung unterdrückt. Obwohl der Ausgangspunkt der Störung wissenschaftlich noch nicht zur Gänze geklärt ist, ist sicher ein erhöhter Insulinspiegel hauptschlaggebend beteiligt. Aus diesem Grund findet man bei PCO-Patientinen auch meistens ein Übergewicht, bzw. klagen die Patienten, sehr leicht an Gewicht zuzunehmen und über Schwierigkeiten Gewicht abzunehmen.
Folgen des PCO Syndroms sind:
- Zyklusstörungen und hier vor allem längere Zyklen bis hin zum Ausbleiben der Menstruation über mehrere Monate sind möglich.
- Der unerfüllte Kinderwunsch, bedingt durch den fehlenden Eisprung
- Zuviel männliches Hormon im Blut führt zu Hautunreinheiten (bis hin zur Akne) und vermehrter Körperbehaarung (Hirsutismus)
- in weiterer Folge findet man bei PCO Patientinnen im Alter eine erhöhter Rate an Gebärmutterschleimhautkrebs (durch den fehlenden bzw seltenen Eisprung und damit verbundenen fehlenden Produktion von Gelbkörperhormon) sowie Herzinfarkten (gefäßschädigende Wirkung!)
- Therapie:
Entsprechend der neuesten Erkenntnissen muss primär versucht werden den Insulinspiegel zu senken.
Das wird erreicht durch:
- Reduktion der Körperfettmasse
- Vermehrung der Körpermuskelmasse
- insulinsenkende Medikamente bei ausgeprägten Fällen
Um Spätfolgen zu verhindern sollte zusätzlich bei Patientinnen ohne aktuellen Kinderwunsch eine Pille gegeben werden. Die Pille, und hier vor allem "Diane mite" ist in der Lage den Teufelskreislauf des PCO-Syndroms zu unterbrechen, indem es die fehlerhafte Produktion der Steuerhormone der Hirnanhangsdrüse (FSH und LH) verhindert und damit die fehlerhafte Funktion und Hormonproduktion des Eierstocks für die Dauer der Einnahme unterbindet.
Die Einnahme der Pille sollte wenn möglich, anders wie zu Verhütungszwecken kontinuierlich (d.h. ohne einwöchige Pillenpausen vorgenommen werden).
Durch diese Maßnahmen kann der Teufelskreislauf des PCO-Syndroms (zu hoher Insulinspiegel => zu hohem männlichen Hormonspiegel => zu hohem ungesunden weiblichen Geschlechtshormonspiegel => falscher Hormonausschüttung der Steuerhormone in der Hirnanhangsdrüse => ausbleibender Eizellreifung => Vermehrung von männliches Geschlechtshormon produzierendem Zellgewebe => Überproduktion von männlichen Geschlechtshormon, womit der Kreislauf geschlossen ist) unterbrochen werden.
Bei unerfüllten Kinderwunsch stehen folgende Therapieoptionen zur Verfügung:
- Im Falle eines Übergewichtes ist die Änderung der Körperkomposition- dh Abnahme von Körperfett, Zunahme von Muskelmasse erstes Ziel, weil damit der zu hohe Insulinspiegel, der den Eisprung hemmt gesenkt wird.
- In weiterer Folge können Insulinsenkende Medikamente die hormonelle Situation so massiv verbessern, dass es zu einem Eisprung kommt.
Studien haben mittlerweile gezeigt, dass unter dem Medikament Metformin auch die Fehlgeburtsrate dramatisch sinkt. Es sollte daher mindestens bis zur 12. Schwangerschaftswoche weiter eingenommen werden. Da Patientinnen mit einem PCO Syndrom vermehrt naturgemäß auch zu der Entwicklung eines Schwangerschaftszuckers (Gestagendiabetes) neigen, geben einige Kliniken vor allem im angloamerikanischen Bereich das Medikament, das keine Gefahr für den Embryo darstellt die gesamte Schwangerschaft hindurch weiter. Weitere Studien werden demnächst zeigen, ob damit die Rate des gefährlichen Gestationsdiabtes gesenkt und damit bei diesen Patientinnen auch der Schwangerschaft Outcome verbessert werden kann.
- Kommt es alleine durch die Gabe von Metformin zu keinem Eisprung muss zusätzlich eine Stimulationstherapie (d.h. folikelstimmulierendes Hormon (FSH) wird täglich von der Patientin selbst unter die Haut gespritzt und bewirkt im Idealfall die Reifung eines einzigen Eibläschen) durchgeführt werden. Da die Reaktion der PCO Eierstöcke aber nicht vorhersehbar ist, kommt es bei der Stimulationstherapie häufig zur Reifung mehrerer Eibläschen und daher auch Mehrlingsschwangerschaften.
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Daher wird im Falle eines ungenügenden Ansprechens auf die Metformintherapie von mir die chirurgische minimal invasive Behandlung der Eierstöcke mittels Bauchspiegelung und Elektronadel bevorzugt.
In Vollnarkose wird dabei die Oberfläche der Eierstöcke an ca 10 Stellen mit der Elektronadel eröffnet und das darunter liegende hormonproduzierende Gewebe teilweise zerstört. Bei dem größten Teil der so operierten Patienten kommt es im Anschluss an die Operation über zumindest mehrere Monate lang zu einem regelmässigen Eisprung. Durch diese Methode wird weder das Sexleben des Paares gestört noch besteht die Gefahr einer Mehrlingsschwangerschaft.
Die dargestellten Therapiemöglichkeiten führen in den allermeisten Fällen zu einer Schwangerschaft und können außerdem Spätfolgen (eine Insulinresistenz führt auf Dauer zu Gefäßschäden und diese wiederum gehäuft zu Herzinfarkten und Schlaganfällen im Alter) verhindern.
www.pco-syndrom.at
Polycystic Ovarian Syndrome Association (Englisch)
Webseite der amerikanischen PCO-Gesellschaft
Advanced Fertility Center of Chicago (Englisch)
MatWeb (Französisch/Englisch)
Women's Health (Englisch)