Pilzinfektionen
sind die häufigsten Scheideninfektionen
Fakten:
den Pilz "holt" man sich nicht zB auf einer fremden Toilette
sondern der Pilz lebt als üblicher "Bewohner" unseres Körpers im Darm
er gelangt bei jedem Stuhlgang in den Bereich der Analschleimhaut
über den Damm ist der Weg nicht weit in die Scheide
üblicherweise herrschen durch die Milchsäurebakterien der Scheide saure Verhältnisse
dadurch werden Eindringlinge abgewehrt
daraus erklärt sich logischerweise auch die Strategie der Vermeidung:
-der Pilz im Darm ernährt und vermehrt sich durch Zucker - also wenig Kohlenhydrate essen und nur solche mit niedrigem glykämischen Index - komplexe Kohlenhydrate
-Analschleimhaut nach dem Stuhlgang mit Wasser reinigen. Jede andere Methode, vor allem
trockenes Toilettenpapier macht Mikroverletzungen, in denen sich der Pilz besonders wohl fühlt
-Am Besten eine Analdusche neben dem WC montieren lassen
-wenn sie auf einem fremden WC aufs Klo gehen, Papier mit kaltem Wasser und einem Milchsäureprodukt (zB Laktamousse) tränken und damit reinigen
-das Milieu der Scheide sauer halten: keine Wasserspülungen, in der Dusche ein Milchsäure-
pflegeprodukt verwenden (zB Laktamousse, Anifer molke, etc), regelmäßig die Scheidenflora kontrollieren (sie entwickeln ein Gefühl dafür) und bei Bedarf bzw regelmäßig ein Milchsäureprodukt vaginal anwenden (zB Gynophiluskapseln, Gynofit, Balance Active, etc ---für ein gesundes Immunsystem sorgen: ausreichend Schlaf, Bewegung, Sport und nicht rauchen
-an die Psychosomatik denken: im Unterbewusstsein nagende Probleme können die Immunlage so schwächen, dass es trotz allem zu immer wieder kehrenden Infektionen kommen kann
-an chronische Erkrankungen denken- zB Zuckerkrankheit- die das Immunsystem schwächen
Therapie: orale oder vaginale antifungizide Medikation hilft sehr rasch. Studien zeigen, dass andere Pilzinfektionen als mit Candida albicans Arten resisenter gegenüber dieser Therapieformen sind. bei wiederholten Pilzinfektionen werde ich daher eine bakteriologische Untersuchung auf den auslösenden Pilz vornehmen lassen.
http://www.gesundescheide.at/
Pilzinfektionen in der Schwangerschaft:
Die gute Nachricht: Eine vaginale Infektion durch Hefepilze kann keine Frühgeburt auslösen. Sie entsteht, wenn das Scheidenmilieu gestört ist. Daher besteht auch die Gefahr einer bakterielle Infektion und diese kann ja bekannterweise eine Frühgeburt auslösen. Entgegen einer verbreiteten Meinung betreffen Pilzinfektionen Schwangere nicht vermehrt. Im Gegenteil leiden sie sogar seltener darunter als andere Frauen.
Der Hefepilz wird meist bei der Geburt auf das Kind übertragen. Die häufigsten Folgen sind Infektionen in der Mundhöhle und an Genitalien und Po. Sie lassen sich zwar mit den gängigen Anti-Pilzmitteln behandeln, aber Vorbeugen ist natürlich besser. Deshalb überprüfe ich immer bei der letzten MKP Untersuchung das Scheidenmilieu.