Empfängnisverhütung
Ein effektiver Empfängnisschutz ist heute in der modernen westlichen Welt eine Selbstverständlichkeit. Die nicht geplante Schwangerschaft würde die betroffenen Frauen vor allem in Bezug auf ihre beruflichen Karriere vor ein großes Problem stellen.
Die Methoden, die heute zur Verfügung stehen, sind nicht nur sehr sicher, sondern bergen bei individueller Auswahl kaum gesundheitliche Risiken.
Die Sicherheit einer Empfängnisverhütungsmethode wird durch den sogenannten Pearl Index ausgedrückt:
Ein Pearl Index von z.B. 1 bedeutet, dass von 100 Frauen, die eine Methode anwenden innerhalb eines Jahres 1 Frau davon schwanger wird.
Auf Grund der Wirkung kann unterschieden werden zwischen:

1. Barrieremethoden

Kondom: Pearl Index 3- also mittelmäßig sicher, schützt aber vor sexuell übertragenen Krankeiten und sollte daher bei einer neuen Beziehung die ersten Monate zusätzlich angewendet werden
Femidom, Portiokappe, Diaphragma- weniger gebräulich, da etwas anspruchsvoller in der Handhabung

2. Eisprung unterdrückende Hormonpräparate

Wirkungsweise:
Von außen zugeführte Hormone gelangen in den Blutkreislauf und blockieren die Produktion von FSH (Follikel stimulierendes Hormon) in der Hirnanhangsdrüse. Erhält der Eierstock keinen Befehl mehr von "oben" (Hirnanhangsdrüse), produziert er auch kein Eibläschen und der Eisprung bleibt aus. Die Präparate bestehen aus einer Kombination aus einem Östrogen und einem Gestagen (Pille) oder einem reinem Gestagen (=Gelbkörperhormon- wie "Implanon", das Implantat für den Oberarm, die Drei Monatsspritze= "Sayana" und die Minipille "Cerazette"). Der Pearl Index ist unter 1, somit ausgezeichnet. Welche dieser Präparate das für sie geeigneste ist, kläre ich mit Ihnen in einem Gespräch. Es wird immer häufiger, dass die Pille nicht im üblichen Schema eingenommen wird, sondern länger als 21 Tage. Das macht vor allem Sinn, wenn Frauen an starken bzw schmerzhaften Blutungen, Kopfschmerzen bei der Blutung, Endometriose, gewissen chronischen Erkrankungen, dem PMS oder anderen Symtomen leiden, die ihre Lebensqualität einschränken. Da unter der Pilleneinnahme die Eierstöcke sowieso nicht mehr arbeiten, ist die Sinnhaftigkeit einer Unterbrechung der Einnahme alle 21 Tage bzw 24 Tage in Frage zu stellen, da sich ja eh keine Schleimhaut aufgebaut hat und der Körper sich daher nicht von dieser "reinigen" muss. Die Blutung nach Absetzen der Pille ist also nur eine Hormonentzugsblutung. Da diese unter den implantierten Hormonen, wie Implanon, Sayana oder der Einnahme von Cerazette fehlen und dies keine Probleme mit sich bringt, wird wohl der Langzyklus (sprich Einnahme der Pille durchgehend 3 Monatspackungen und dann erst 5 Tage Pause bevor man wieder mit der durchgehenden Einnahme über 3 Monate beginnt) immer populärer werden.

Gedanken zur Hormondosis:

3. intrauterine Systeme

dazu gehören die:
Kupferspirale bzw Kupferkette
Goldspirale

Goldspirale link via netdoctor
Hormonspirale

Hormon ist nicht gleich Hormon! Der entscheidende Unterschied ist, dass bei der Hormonspirale das Gelbkörperhormon nur LOKAL in der Gebärmutterhöhle seine Wirkung entfaltet: Es bewirkt, dass die Schleimhaut trotz der köpereigenen Produktion der Eierstöcke nicht wachsen kann. Diese dünne Schleimhaut produziert einen für Spermien undurchdringbaren Schleim. Als zusätzlicher positiver Nebeneffekt sind die Regelblutungen sehr leicht oder werden oft gar nicht mehr wahrgenommen, obwohl die zyklische Hormonproduktion der Eierstöcke VÖLLIG UNBEEINFLUSST stattfindet.

Die Funktion der Eierstöcke- anders als unter den systemischen Hormonmethoden-wird NICHT UNTERDRÜCKT. Die Hormonspirale wird daher auch therapeutisch bei

Frauen mit starken Blutungen
Schmerzen bei der Blutung
Blutungsstörungen (vor allem vor dem Wechsel
bei Endometriose/Adenomyose
Eine ideale Alternative zu den systemischen hormonellen Verhütungsmethoden ist die Hormonspirale aber auch für alle Frauen, die die Funktion der Eierstöcke nicht unterdrücken wollen
* weil sie unter Nebenwirkungen systemischer hormoneller Verhütungsmethoden leiden
* längerfristig verhüten wollen, aber eher unzuverlässig bei der Einnahme systemischer hormoneller Verhütungsmethoden sind.
Eine allgemeine Narkose ist bei der Einlage einer Spirale meist nicht notwendig. Regelmäßig verwenden wir aber das Prostaglandin "Cyprostol" eine Stunde vor dem Eingriff, das unter der Zunge verabreicht, den Gebärmutterhals super soweit öffnet, dass man fast schmerzfrei die Spirale in die Gebärmutterhöhle einführen kann.
Für alle Patientinnen, die noch keine Kinder geboren haben, der Gebärmutterhalskanal daher sehr eng ist und aufgedehnt werden muss oder aber auch für eine Patientinnen, die eher schmerzempfindlich sind, bieten wir das Setzen der Kupfer- oder Hormonspirale in einer Kurznarkose an. Der Eingriff dauert ca 5 Minuten. Die Patientin bleibt danach noch für ca 20-30 Minuten in unserem Aufwachzimmer zur Nachbetreuung. 6 Stunden vor dem Eingriff bitte nichts mehr trinken, essen und rauchen. Nicht mit dem eigenen Auto nach Hause fahren!

4. chirurgische Methoden

Eileiterunterbindung
Samenleiter Unterbindung

noch eine Seite für mutige Männer-:)

5. die Pille danach
die herkömmliche: "Postinor" oder "Vikela": sie verhindert oder verzögert den Eisprung. In neuen Studien zeigte sich, dass keine Beeinflussung der Befruchtung oder der Beweglichkeit von Spermien oder Eizelle erfolgt. Auchauf die Einnistung einer befruchteten Eizelle oder auf eine bereits bestehende
Schwangerschaft hat die ‚Pille danach’ keinen Einfluss.“ Sperma ist in der Gebärmutter bis zu fünf Tage überlebensfähig, die Eizelle kann nur während 12 Stunden befruchtet werden. Falls der Eisprung der Frau genau beim ungeschützten Verkehr stattgefunden hat, ist die ‚Pille danach’ wirkungslos.
Die Präparate Vikela®und Postinor® enthalten ein einziges Hormon (Gestagen) das
macht die „Pille danach“ gut verträglich (keine Schmerzen oder Übelkeit).http://www.vikela.info/
die neue Pille danach: Ellaone 30 mg Tablette=Ulipristalacetat(http://www.ellaone-registry.com/de/): Sie können Ellaone bis zu 120 Stunden (5 Tage) nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr oder Versagen der Verhütungsmethode anwenden. Die Wirkung von Ellaone beruht darauf, dass es die Wirkung des natürlichen Hormons Progesteron verändert. Die Wirkung wird darauf zurückgeführt, dass Ellaone den Eisprung verhindert. Möglicherweise verändert es darüber hinaus auch die Verhältnisse in der Gebärmutter. Ellaone ist nicht in allen Fällen wirksam: Etwa 2 von 100 Frauen, die Ellaone bis zu 5 Tage nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr einnehmen, werden trotzdem schwanger.
keine "Pille danach" ersetzt eine regelmäßige Empfängnisverhütung.

ACHTUNG: die "Pille danach" erhalten sie nun endlich rezptfrei in der Apotheke!
http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_verhuetung_45.html
Sanatorium Gynmed
deutsches grünes Kreuz
die Hormonspirale und andere Verhütungsmethoden