Die Hormonersatztherapie
wird in Fachkreisen wie in der breiten Öffentlichkeit sehr kontrovers diskutiert. Doch für mich als ihr Arzt des Vertrauens gibt es nur eine Maxime: die objektive Beurteilung ihres ganz individuellen Nutzen Risiko Profils. Mit einer solcherart durchgeführten Hormonersatztherapie lassen sich Beschwerden, denen ein Hormonmangel zugrunde liegt effizient behandeln. Ohne psychische und physische Beschwerden zu leben ist die Grundvoraussetzung für ein gesundes glückliches Leben. Ich werde mit Ihnen entscheiden, ob eine Hormonersatztherapie ihnen helfen kann und wir werden gemeinsam zu ihrem Wohle entscheiden.
Natürlich ist nicht nur der sinkende Östrogenspiegel verantwortlich für so mannigfaltige Beschwerden, wie sie im Wechsel auftreten. Das Zusammenspiel der vielen Botenstoffe habe ich im Beitrag PMS ja bereits beschrieben. Natürlich gilt dies auch bei so enorm schwankendem Hormonspiegel, wie sie im Wechsel auftreten. Hierzu kommt, dass sich die Frau in diesem Alter endgültig von ihrer reproduktiven Phase ihres Lebens verabschiedet- eine je nach Persönlichkeitsprofil und Schicksal im Leben enorm emotionale Phase, auf die sehr unterschiedlich reagiert wird. Und dann gibt es da noch die die Polyphormismen des Östrogenrezeptors- das klingt geschwollen aber das heißt, dass es genetische Unterschiede in den Östrogen Rezeptoren gibt und gerade die sind verantwortlich dafür, wie der Körper auf Östrogen reagiert. Jetzt bedenken wir aber noch psychosoziale Faktoren, genetische Prädispositionen, Epigenetik, ihren Lebensstil (Rauchen? Ernährung ? Bewegung?) und und und ......... Ist nicht ganz einfach eine Lösung für ihre Beschwerden zu finden- aber gemeinsam werden wir es!!!!
das männliche Geschlecht macht einen einzigen Wechsel durch. Den vom Buben zum Mann und die meisten Eltern können davon ein Lied singen (ich habe 3 Söhne).
Im Gegensatz dazu
- wird ein Mädchen zur Frau
- der Menstruationszyklus unterliegt enormen Schwankungen, der Östrogenspiegel steigt und fällt im Verlauf eines Zyklus um das 10 fache
- Die an einem einzigen Tag während der Schwangerschaft produzierte Östrogenmenge ist genauso hoch ist wie die einer Nichtschwangeren innerhalb von drei Jahren
- nach der Geburt fallen die Lieferanten für das Östrogen weg: Placenta und Baby und zusätzlich unterdrückt das Prolaktin, das milchbildende Hormon jegliche Östrogenproduktion
- irgendwann zwischen 45 und 55 sind die Eierstöcke dann leer von Eizellen und produzieren kein Östrogen mehr
alle diese hormonelllen Wechsel sind mit mehr oder weniger starken Beschwerden verbunden.
Pubertät, PMS, PMDS, Baby Blues, postpartale Depression, und - last but not least "die Wechselbeschwerden"
In letzter Zeit steht uns durch eine große Anzahl an hochwertigen Studien ein enorme Menge an Daten zur Verfügung, die einen signifikanten Einfluss auf unsere Entscheidung haben, eine Hormonersatztherapie zu beginnen oder anderen therapeutischen Optionen nachzugehen. Ich halte mich an diese Empfehlungen, betrachte sie aber als eine Arbeit, die sich im ständigen Fluss befindet, da laufend neue Informationen immer mehr Klarheit bringt. Als ihr Arzt stützte ich meine Fürsorge für meine Patienten auf die beste zur Verfügung stehende Information
Diese derzeit zur Verfügung stehenden Daten unterstützen keine routinemäßige Anwendung von Hormonen alleine zur Vorbeugung von chronischen Erkrankungen des Alters. Es zeichnet sich allerdings ab, dass für spezifische Hoch und Niedrig Risiko Gruppen von Frauen eine Hormontherapie eine sehr gute therapeutische Möglichkeit darstellt oder aber vermieden werden sollte.Es gilt also, die Entscheidung für oder gegen eine Hormonersatztherapie ganz individuell entsprechend ihrem Gesundheitsprofil zu treffen!
Die pauschal negative Beurteilung der HRT hat sich nach der aktuellen Datenlage als nicht zutreffend erwiesen. Vorausgesetzt, dass keine Kontraindikationen bestehen, gibt es keine Einschränkungen einer indizierten HRT und auch keine Einschränkung der Dauer einer indizierten HRT.
Hormone und Brustkrebs
Das Ergebnis amerikanischer (WHI) und englischer Studien (one million women study) bestätigte frühere Studien, wonach eine, über längere Zeit hinweg durchgeführte Hormonersatztherapie mit Östrogen und Gestagen das Brustkrebsrisiko erhöht.
Das Risiko ist also am größten bei der kombinierten HRT (Östrogen und Gestagen in einer Tablette). Das Gefährliche für die Brust ist also die kontinuierliche Verabreichung eines bestimmten Gestagens. Es gibt heute allerdings Therapien, bei denen das Brustkrebsrisiko nicht erhöht ist.
Das kardiovaskuläre Risiko lag bei Frauen in den ersten 10 Jahren nach der Menopause in der WHI Studie sogar unterdurschnittlich niedrig!! Es stellt sich daher die berechtigte Frage, ob eine HRT, die in der Perimenopause bzw frühen Postmenopause begonnen wird, nicht doch präventiv wirken kann. Möglicherweise (das ist vorsichtig ausgedrückt, weil wir noch keine prospektive randomisierte Studie haben, die das beweist) ist daher lediglich der Beginn einer HRT erst in der späten Postmenopause bzw im höheren Lebensalter problematisch. Das heißt, dass eine HRT auf keinen Fall, wie das in der WHI Studie gemacht wurde (Durchschnittsalter lag bei >60 Jahren !!) zu einem Zeitpunkt begonnen werden darf, wenn bereits arteriosklerotische Gefäßveränderungen von Frauen in diesem Alter eingetreten sind.
Nun gilt es also vor allem im jüngeren Kollektiv, in dem am häufigsten mit einer HRT begonnen wird, diejenigen herauszufiltern, die wahrscheinlich bereits eine Arteriosklerose ausgebildet haben- es muss also das individuelle Risiko einer Frau für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestimmt werden. Daraus erwächst dem Frauenarzt eine Verantwortung in der Erkennung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zumal die Bedeutung der koronaren Herzerkrankung bei Frauen trotz zunehmender Erkrankungen und Todesfälle noch immer unterschätzt wird (verantwortlich für mehr als 50% aller Todesfälle bei Frauen!)
Gesunde Wege, um Wechselbeschwerden zu mindern:
Fettarme Ernährung. Viel grünes Blattgemüse, Bohnen und Vollkornprodukte
Wenig Cholesterin essen: also "rotes" Fleisch (Rindfleisch, etc) nur max. 2x in der Woche. Max. 2-3 Eier/Woche
Calciumreich ernähren: Magermilch, fettarmes Yoghurt, harter Käse, Tofu, angereicherter Orangensaft, Brokkuli, Spinat, Kohl
Vitamin D reiche Ernährung: Milch, Cornflakes, Eier, öligen Fisch wie Lachs, Sardinen, die Haut regelmäßig der Sonne aussetzen
als Jause Obst essen (nicht Süßigkeiten)
Koffein, Alkohol und scharfe Speisen meiden
Rauchen aufhören versuchen
Sojaprodukte in den Speiseplan einbauen (Tofu, Sojamilch, Sojamehl)
wo stehen wir heute also?
die potenteillen Nebenwirkungen und Risken werden durch niedrigere Dosierungen reduziert
die systemische Gabe von Gelbkörperhormon nach dem Wechsel sollte minimiert, am Besten überhaupt nicht gegeben werden
die Hormonersatztherapie sollte möglichst im Wechsel begonnen werden
dann hat sie außer der symptomtischen Therapie von Wechselbeschwerden auch den zusätzlichen Nutzen einer reduzierten Fraktur und kardiovaskulären (Herzinfarkt, Schlaganfall) - Risikos
diese Vorteile überwiegen bei weitem die Risken bei Frauen, die jünger als 60 sind
aber auch älteren Frauen sollte die weitere Gabe einer individuellen Hormonersatztherapie nicht verwehrt bleiben, so lange man das Nutzen Risiko Profil auf ganz individueller Basis evaluiert und mit der Patientin kalkuliert
http://www.womanandhealth.at/gesundheit/gynaekologie/symptome/menopause.html?
tel=01+5333+654+57&gclid=COT7x8myvKMCFQM9ZgodaDfpdA
http://www.netdoktor.at/health_center/frau/wechseljahre.shtml
http://www.wecarelife.at/gesundheit-medizin/wechseljahre-beschwerden/beschwerden-in-den-wechseljahren/
http://www.fgz.co.at/Wechseljahre.194.0.html
http://www.medizinfo.de/annasusanna/wechseljahre/start.shtml
Dr. Dietmar Moosburger | Neutorstr.21 | A-5020 Salzburg | Tel.: +43(662)846790 |