Misgav Ladach Kaiserschnitt

Geburt05Das Arbeitsfeld Geburtshilfe bietet ein breites Feld für gesellschaftliche Wertediskussionen. Je nach persönlicher Einstellung und Ideologie werden unterschiedliche Standpunkte vehement vertreten. Meinen Zugang lerne Sie in meinen Beiträgen kenn.

Das Prinzip des Kaiserschnittes nach Misgav-Ladach (benannt nach dem gleichnamigen Krankenhaus in Jerusalem, die Methode wurde von Stark und Cohen publiziert) ist, dass durch eine veränderte Technik möglichst wenige Strukturen  verletzt und durchtrennt, sondern nur gedehnt werden. Die wenigen Strukturen, die noch durchtrennt werden müssen, werden mit einer speziellen Nahttechnik versorgt, mit der der Heilungsverlauf beschleunigt wird.

Als erster Arzt in Österreich habe ich die Kaiserschnitttechnik Misgav Ladach operiert. Bei dieser Technik werden außer dem Schnitt durch die Haut alle weiteren Schichten nur mit den Fingern nur so weit gedehnt und erweitert, dass das Baby geboren werden kann. Die großen Vorteile dieser Methode sind:

  •  Es werden keine Blutgefäße und Nerven durchtrennt- das vermindert den Blutverlust und  den postoperativen Schmerz
  • durch die enge Öffnung hat das Kind ein Geburtserlebnis
  • es werden keine Schichten durchtrennt und dadurch muss auch kaum genäht werden: weniger Verwachsungen und  postoperative Schmerzen
  • der Blasenkatheter kann sehr früh entfernt werden
  • es ist keine Nahrungskarenz notwendig, die Frauen können anschließend an die Operation trinken und essen und nach Ablauf der Spinalanästhesie auch aufstehen
  •  postoperativ ist kein Einlauf notwendig 
  • die Frauen sind schneller mobil und können sich gut um das Baby kümmern