Der Beckenboden
Durch das Tiefer- und Austreten des kindlichen Köpfchens wird der Beckenboden während der Geburt stark gedehnt. Dabei kann es zu Einrissen von Muskel- und Nervenfasern des Beckenbodens und Dammrissen kommen. All das schwächt den Beckenboden, was sich als Scheidensenkung, als unangenehmes Druckgefühl im Becken bei körperlicher Aktivität zeigt und durch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, herabgesetztes Lustempfinden beim Sex oder Schwierigkeiten beim Orgasmus bemerkbar macht. Ebenso können Harn- oder Stuhlinkontinenz auftreten, auch oft erst nach Jahren oder Jahrzehnten.
Schon bei der ersten Geburt kann der Beckenboden geschädigt werden. Dieses initiale Trauma mag zwar vorübergehend kompensiert werden, kann aber in weiteren Lebensabschnitten im Zusammenspiel mit anderen Faktoren – wie zum Beispiel Übergewicht, Östrogenmangel, Veränderungen des Bindegewebes, Entfernung der Gebärmutter oder chronischer Bronchitis – zu massiven Problemen führen. 40 Prozent aller Frauen über 60 Jahren sind davon betroffen! Auch Dammschnitt oder Kreuzstich (die sogenannte Epiduralanästhesie) schützen nicht vor Beckenbodenschwäche.
Gymnastik für den Beckenboden
Begünstigende Faktoren für einen schwachen Beckenboden sind schwere, große Kinder sowie eine verlängerte Geburtsdauer. Frauen mit Entbindung durch einen Kaiserschnitt haben ein geringeres Risiko, eine Beckenbodenschwäche zu entwickeln. Um einer Schwäche überhaupt vorzubeugen, beginnen Sie am besten schon während der Schwangerschaft im Rahmen der empfohlenen Funktionsgymnastik mit Übungen für den Beckenboden. Leiden Sie bereits an einer Beckenbodenschwäche ist die Aussicht auf eine erfolgreiche Behandlung bei frühzeitigem Therapiebeginn besonders groß.
Helga Andexer-Spicker ist spezialisiert auf Beckenboden-Physiotherapie. In unserer Ordination bietet sie Physiotherapie mit Biofedback, Elektrostimulation und spezieller Funktionsgymnastik auf individueller Basis an:
Physiotherapeutin Helga Andexer- Spicker, Tel.: 0650/920 17 77
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www.physio-andexer.at
Rückbildung des Beckenbodens
Die "Rückbildung" des Beckenbodens geschieht in den Wochen nach der Geburt ganz von selbst! Die von den Krankenhäusern nach einer Geburt empfohlene "Rückbildungsgymnastik" fördert daher nicht die Rückbildung an sich, sondern will vielmehr ein Bewusstsein für die wichtige Funktion des Beckenbodens schaffen.
Eine vaginale Geburt kann den Beckenboden in seiner Funktion so stark beeinträchtigen, dass ein Gruppentraining ohne Rückmeldung von der Physiotherapeutin, die vaginal die richtige Kontraktion überwachen kann keine Wirkung zeigt. Da die Beckenboden-Muskulatur sehr komplex in die Rumpfmuskulatur eingebaut ist, bedarf es in solchen Fällen eines speziellen Trainings. Bemerken Sie zum Beispiel beim Sex, Sport oder Heben nach der Geburt, dass Sie Ihren Beckenboden nach der Geburt nicht ausreichend kontrahieren können, sollten sie diese Beschwerden ernst nehmen. Wenden Sie sich dann bitte vertrauensvoll an uns
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