Fehlgeburt

Eine mit dem Leben nicht vereinbare Fehlentwicklung während der Entwicklungsphase, also in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft, oder ein Fehler bei der Verbindung der beiden halben Chromosomensätze von Mutter und Vater, der zu einer ebenfalls mit dem Leben nicht vereinbaren genetischen Störung führt, sind die häufigsten Ursachen für eine Fehlgeburt. So gesehen kennt die Natur keine Moral: Auf diese Weise „selektiert“ sie die meisten Kinder, die ansonsten mit einer schweren Behinderung zur Welt kämen. Immerhin 25 Prozent aller Schwangerschaften enden mit einer Fehlgeburt. Die Frau selbst trägt nie die "Schuld" an einer Fehlgeburt. Denn selbst die absolute Bettruhe (im Fall von Blutungen in der Frühschwangerschaft) kann – wenn der Natur ein Fehler passiert ist – die Fehlgeburt nicht verhindern!

Therapie
Am häufigsten wird eine Ausschabung in Vollnarkose durchgeführt. Bei dieser Methode besteht allerdings der Nachteil, durch das Instrument die Schleimhaut zu verletzen. Die Folgen können verminderter Schleimhautaufbau und eine erneute Fehlgeburt, ein Einwachsen des Mutterkuchens bei der nächsten Schwangerschaft sowie schwere Blutungen nach der Geburt sein.

Eine bessere operative Methode ist jene der Saugcurrettage nach medikamentöser Aufweichung des Gebärmutterhalses. Dabei wird ein zartes Silikonrohr in die Gebärmutterhöhle eingeführt und  die abgestorbene mit Hilfe von Unterdruck aus der Gebärmutterhöhle abgesaugt.

Alternativ besteht die Möglichkeit, den natürlichen Abgang der Schwangerschaft abzuwarten oder diesen durch die Gabe von Medikamenten herbeizuführen bzw. zu unterstützen. Der Vorteil dabei ist, dass nach einem solchen Abgang innerhalb der Gebärmutter keinerlei Schaden entsteht. Der Nachteil ist allerdings eine oft starke und schmerzhafte Blutung.

Wiederholte Fehlgeburt
In seltenen Fällen muss eine Frau zwei oder mehrere Fehlgeburten hintereinander erleiden. Man spricht dann vom habituellen Abortus bzw RPL (Recurrent Pregnancy Loss). In solchen Fällen muss nach den seltenen Ursachen geforscht und die nötigen Untersuchungen veranlasst werden:

  • eine genetische Abklärung                                                              
  • die Abklärung einer Blutgerinnungsstörung                        
  • ein Antiphospholipid-Test (kurz APS, eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen)
  • die Abklärung einer Fehlbildung der Gebärmutter mit 3D-Ultraschall bzw. Gebärmutterspiegelung                                       
  • ein Bakterienabstrich des Muttermundes (Chlamydien)
  • ein Hormonstatus inkl. Schilddrüsenabklärung
  • die Abklärung einer Glucosetoleranzstörung
  • eine Gesundenuntersuchung zur Abklärung einer systemischen Erkrankung

Nach Vorliegen der Untersuchungsergebnisse wird die passende Therapie besprochen. Glücklicherweise findet man bei einer exakten Abklärung häufig eine gut behandelbare Ursache!