Gefährliche Infektionen in der Schwangerschaft

Etwa vier bis fünf Prozent aller Kinder werden bereits während der Schwangerschaft oder bei der Geburt mit verschiedensten Krankheitserregern infiziert. Die Folgen können schwerwiegend sein: Fehl- und Totgeburten, Fehlbildungen, Blind- und Taubheit, Wachstumsstörungen, schwere entzündliche Erkrankungen sowie geistige und körperliche Behinderungen. Deshalb ist es sinnvoll, die Immunlage im Blut überprüfen zu lassen.

Folgende gefährliche Erreger können von der Mutter auf das Kind übertragen werden:
-           Toxoplasma gondii
-           Röteln-Virus
-           Windpocken-Virus
-           Zytomegalie-Virus
-           Hepatitis B- und -C-Virus
-           Parvo-Virus B19
-           HIV

-           Listerien

 Die Krankenkassen tragen die Kosten zur Überprüfung
-             des Röteln-Virus (Der österreichische Impfplan sieht eine Rötelnimpfung bei jedem Mädchen        
              vor. Keinen Schutz haben daher nur Frauen, die nicht geimpft sind!)
-            von Toxoplasmen
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HIV 

 Keine Kosten werden von den Krankenkassen übernommen für:
-              Varicellen
Varicellen sind die Erreger der Windpocken. Wenn Sie oder IhreMutter sich daran erinnern, dass Sie als Kind diese Erkrankung durchgemacht haben, ist kein Bluttest notwendig. Somit sind Sie und auch Ihr Baby geschützt! 
-              Ringelröteln
Der Erreger der Ringelröteln heißt Parvo-Virus. Es handelt sich dabei nicht um den Röteln-Virus, gegen den heute routinemäßig imKindesa lter geimpft wird! Er kann eine schwere Blutarmut beim Baby führen, die eine Bluttransfusion noch im Mutterleib notwendig machen kann.
-              Zytomegalie (CMV)  - die versteckte Gefahr!

Sie entscheiden autonom und eigenverantwortlich, ob Sie ein solches erweitertes Infektions-Screening in Anspruch nehmen wollen. Es macht absolut Sinn zu wissen, gegen welche Erreger man immun ist und einen Schutz besitzt und gegen welche Erreger man keinen Schutz besitzt und Sicherheitsmaßnahmen einhalten muss, um sich nicht während der Schwangerschaft zu infizieren. Finden sich Antikörper in Ihrem Blut, sind Sie immun. Das heißt, dass Sie diese Erkrankung nicht mehr bekommen können. Durch Ihre Antikörper ist auch ihr Kind geschützt! Finden sich jedoch keine Antikörper in Ihrem Blut, hatten Sie diese Erkrankung noch nicht. Daher müssen Sie sich streng an die Vorsichtsmaßnahmen halten, die einen Kontakt mit dem entsprechenden Erreger verhindern. Eine Infektion mit dem jeweiligen Erreger während der Schwangerschaft kann schwere Auswirkungen auf ihr Baby haben. Bitte halten Sie sich streng an die in den links beschriebenen Vorsichtsmaßnahmen.

Listerien sind im Gegensatz zu den oben beschrienen Krankheitserregern Bakterien. Es gibt dagegen keine Impfung und auch keinen Antikörperschutz. Wenn Sie sich aber an die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie gegen Toxoplsmen halten, sind Sie auf der sicheren Seite.

 "Schweinegrippe“/Pandemische Influenza A/H1N1v-Virus und die saisonale Grippe

Die bisher erhobenen klinischen Daten von Infektionen mit dem neuen InfluenzaA/H1N1v-Virus zeigen, dass ein erhöhtes Risiko für schwangere Frauen besteht, daran zu erkranken - insbesondere im zweiten und dritten Trimester. Der Virus gelangt aber nicht zum Baby. Allerdings kann es durch das hohe Fieber zu einer Frühgeburt kommen. Schwangere Frauen sind außerdem häufiger von einer oft schweren Lungenentzündung betroffen, die bei der ersten weltweiten Pandemie 2009 auch Todesopfer forderte. Daher wird die Grippeimpfung für Schwangere sehr empfohlen.

Die Impfung gegen die bekannte Grippe (Influenza) ist in der Schwangerschaft nicht nur erlaubt, sondern wird von den internationalen Arbeitsgruppen sehr empfohlen! Bitten Sie also ihren praktischen Arzt, Sie zu impfen. Die aktuellen Kosten für die Impfung erfahren Sie ebenfalls von Ihrem Hausarzt. Sollten Sie nicht geimpft sein und erkranken an der Influenza A wird Sie Ihr Hausarzt mit dem Neuraminidasehemmer (Oseltamivir = Tamiflu) behandeln.
Weitere Informationen dazu: 
http://www.virologie.meduniwien.ac.at/home/
http://www.netdoktor.at/nachrichten/?id=121477

Andere Impfungen
Während der Schwangerschaft darf nicht geimpft werden:

  • MMR (Masern, Mumps, Röteln)
  • Varicellen (Windpocken)
  • Thyphus 
  • Gelbfieber nur bei notwendigen Reisen in ein Endemiegebiet   
  • Bei Risikopatientinnen dürfen FSME, Pneumokokken und Meningokokken geimpft werden – bitte fragen Sie Ihren Hausarzt 
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