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Wahlarztpraxis (für Routineuntersuchungen)

Schwangerenvorsorge in Salzburg

An sich werden in der Medizin Fortschritte erwartet, herbeigesehnt und auch initiiert. Wie kann es dann sein, dass es gerade im Bereich Schwangerenvorsorge, wo es doch um neues Leben geht, seit Jahrzehnten keine nennenswerten Änderungen und Verbesserungen gibt? Und wieso wird - provokant gefragt - Fortschritt sogar oft negativ ausgelegt?
Um meine Gedanken zu untermauern, zeigt die folgende Grafik den Vergleich bzw. Unterschied zwischen zeitgemäßer Schwangerenvorsorge und herkömmlicher (bei uns in Österreich mittels Mutter-Kind-Pass praktizierter) Art:

Pyramide Schwangerenvorsorge

 Untersuchungen nach neuesten Methoden

Fast alle schwangeren Patientinnen fürchten sich vor der Definition „Risikoschwangerschaft“, was aber Großteils daran liegt, dass sie schlichtweg nicht wissen, was man darunter versteht. Es geht hier weder darum, dass man als Schwangere ab 35 Jahren „gefährdeter“ ist als mit unter 30. Auch nicht darum, ob ein Kind Down-Syndrom hat. Mit den in meinem Institut angebotenen Untersuchungen bzw. meiner Art der Schwangerschaftsvorsorge sollen Risiken für Mutter UND Kind möglichst bald entdeckt und definiert werden. Denn nur mit einer frühen Diagnose sind richtige, lebensnotwendige Maßnahmen und Behandlungen möglich! Und wenngleich Risiken nicht immer verhindert werden können, so können diese sehr wohl erkannt, gemildert oder optimiert werden.

Was wird untersucht?

Am Ende des ersten Trimesters, in dem die wichtigsten Entwicklungsschritte passieren, kann bereits festgestellt werden, ob sich der Mutterkuchen und der Fetus normal entwickeln. Meistens werden keine Auffälligkeiten festgestellt und in 95% kann eine Risikoschwangerschaft ausgeschlossen werden. Das gibt den werdenden Eltern die Sicherheit, dass ihr Baby gesund im Mutterleib heranwächst und trägt wesentlich zu einer entspannten, glücklichen Schwangerschaft bei.

Liegen Risikofaktoren vor, kann eine gezielte und präventive Betreuung auf individueller Basis helfen, Komplikationen verzögern oder sogar verhindern, was zu einem deutlich besseren Ausgang einer solchen Risikoschwangerschaft führt (hierzu zählen etwa Wachstumsstörungen, Schwangerschaftsvergiftungen, Frühgeburten, etc). Die folgende Grafik zeigt sehr deutlich, was beim Ersttrimesterscreening untersucht wird:


Die gute Nachricht vorweg: 95% aller schwangeren Frauen erhalten durch die ungefährliche Untersuchung die Bestätigung, dass sich alles normal entwickelt und die Schwangerschaft ohne Probleme verlaufen wird.
In ca 5% aller Schwangerschaften finden sich krankhafte Befunde beim Feten (roter Anteil) und in 5% kommt es zu Fehlentwicklungen des Mutterkuchens (grauer Anteil), die im späteren Verlauf der Schwangerschaft zu Präeklampsieformen (bekannt als die für Mutter und Kind extrem gefährlichen Schwangerschaftsvergiftungen) führen. Um überhaupt Vorsorge und Prävention in der Betreuung von Schwangeren praktizieren zu können, ist es UNBEDINGT NOTWENDIG diese 10% der Frauen mit einem klar definierten Risiko zu finden!

Gehen wir ein bisschen ins Detail:

Der blaue Kreis zeigt alle Schwangeren. Der kleine rote Anteil am Kreis den Anteil von krankhaften Befunden beim Feten. Nimmt man nun den roten Anteil heraus und analysiert die krankhaften Befunde, erkennt man klar, dass es sich dabei überwiegend um Fehlbildungen an Organen handelt. Der Rest setzt sich aus genetischen Fehlern zusammen, wobei das Down Syndrom nur einen ganz kleinen Anteil davon hat. Die nach wie vor häufig kolportierte Aussage, eine Ultraschalluntersuchung in der 13. Schwangerschaftswoche sei "nur eine Wahrscheinlichkeitsberechnung für Down Syndrom" sollte durch diese Grafik ein für alle mal widerlegt sein. Sollte eine werdende Mutter wirklich nur wissen wollen, ob ihr Kind an einer der häufigsten genetischen Erkrankungen leidet, gibt es dafür bessere Möglichkeiten (NIPT). Meine Erfahrung jedoch zeigt, dass sich alle werdenden Mütter ganz einfach die Frage stellen, ob sich alles normal entwickelt - und meinen damit in der Grafik den gesamten Teil der möglichen Fehlentwicklungen.

An Hand dieser Grafik sehen sie auch die Häufigkeit der Fehlentwicklungen des Mutterkuchens. Das Ersttrimesterscreening ermöglicht die Erkennung vor allem der Patientinnen, die Gefahr laufen, früh im letzten Drittel der Schwangerschaft eine Präeklampsie (Sammelbegriff für dramatische Schwangerschaftskomplikationen  wie Gestosen, fetale Wachstumsstörungen etc.) zu erleiden. Wir sprechen also von den vielen (Extrem)Frühgeburten auf der Neonatologie (Intensivstation für Frühchen und kranke Babys), die es auf Österreichs Neonatologien leider zahlreich gibt. Gerade die sehr früh in der Schwangerschaft auftretenden Fälle könnten durch eine Blutuntersuchung und Durchblutungsmessungen im Rahmen des Ersttrimesterscreenings frühzeitig erfasst bzw. durch eine maßgeschneiderte Betreuung viele (>80%) Komplikationen verhindert werden! Fest steht, dass eine wiederholte Blutuntersuchung  sowie kurzfristige Ultraschalluntersuchungen ab dem 3. Trimester der Schwangerschaft (25. Schwangerschaftswoche) die Entwicklung gefährlicher Situationen so präzise vorhersagen können, dass eine optimale Versorgung gewährleistet ist!

Was nun Status Quo?

Obwohl sich die Medizin Jahr für Jahr und in rasantem Tempo verändert und verbessert, halten wir in Österreich am Mutter-Kind-Pass Modell aus dem Jahr 1970 fest! Dabei wird nicht nach dem individuellen Risiko (wie oben erläutert) gesucht, sondern durch häufige Untersuchungen im letzten Drittel der Schwangerschaft lediglich versucht, Wachstumsstörungen oder Präeklampsien zu diagnostizieren. Wenig überraschent kommt es daher leider nach wie vor zu tragischen Verläufen, da man im Endeffekt keine Ahnung hat, wer Risikopatientinnen sind. Tragische Ausgänge und Leid können wir durch diese Betreuung nicht verhindern. Auch schwere Fehlbildungen werden durch das österreichische Mutter-Kind-Pass Schema erst zu einem späten Zeitpunkt der Schwangerschaft entdeckt, was psychohygienisch gesehen eine Katastrophe ist, wenn man bedenkt, dass 80% dieser Fehlbildungen bereits beim Ersttrimesterscreening erkannt hätten werden können ...

Die Medizin schreitet voran und nichts ist mehr so wie seit der Einführung des Mutter-Kind-Passes. Dennoch können sich Sozialversicherungen und Ärztekammern bis heute nicht einigen, den internationalen neuen Standard zu übernehmen, neue Erkenntnisse finden keinen Niederschlag im Mutter Kind Pass. Stattdessen wurde eine „schwammige“ Lösung getroffen: Wir Ärzte müssen verpflichtend über die heutigen Möglichkeiten in der Schwangerschaftsbetreuung aufklären und somit auch mit rechtlichen Folgen rechnen, falls eine Schwangerschaft unglücklich endet, da dies mit neuen Möglichkeiten eigentlich nicht passieren dürfte.

Pro und Contra


Ich persönlich finde es aufgrund dieser Fakten nicht sinnvoll, eine ideologische Diskussion über das Ersttrimester Screening zu führen. Wenn überhaupt, dann nur eine sachliche. Natürlich ist unbestritten, dass es nach der Diagnose einer schweren Fehlbildung zu Schwangerschaftsabbrüchen kommt. Allerdings verhindert eine Entscheidung gegen das Ersttrimester Screening NICHT, dass man als schwangere Frau im Laufe der Schwangerschaft mit unschönen Nachrichten konfrontiert wird. Mir als Arzt fehlen ohne Ersttrimester Screening aber womöglich wichtige, dringend benötigte Informationen, um eine werdende Mutter und ihr Baby perfekt und maßgeschneidert betreuen zu können.

Ich würde sogar behaupten, dass man bzw. Frau sich gänzlich gegen Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft aussprechen sollte, wenn man sich entscheidet, nicht bestmöglich über die Entwicklung seines Kindes Bescheid wissen zu wollen.

 Natürlich gibt es Kritiker, die in Zusammenhang mit dem Ersttrimester Screening immer wieder hervorheben, dass Eltern zu Entscheidungen gedrängt werden, weil Fehlbildungen entdeckt werden. Hierzu möchte ich sagen: Da die meisten Frauen Ultraschalluntersuchungen nicht komplett ablehnen, kommen diese meist ohnehin ans Licht. Doch ist es nicht besser, so früh wie möglich über etwaige Komplikationen oder Fehlbildungen Bescheid zu wissen als Frauen in einem weit fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft damit zu konfrontieren?


Schwangere Frauen sind mündige, urteilsfähige Personen, die selbst bzw. gemeinsam mit ihren Partnern und Familien entscheiden können, wie sie im Fall einer schweren Beeinträchtigung ihres Kindes weiter vorgehen. All das müssten Kritiker dieser Vorsorge endlich bedenken bzw. verstehen und mit der ideologisch gefärbten Diskussion in bewusster oder unbewusster Unkenntnis der heutigen Möglichkeiten und Chancen der vorgeburtlichen Untersuchungen aufhören. Es geht leider ohnehin meist um gesellschaftliche Wertediskussionen - Die Interessen der Schwangeren, ihre Bedürfnisse und Nöte werden hierbei selten berücksichtigt. Das zu ändern ist seit Jahren zu meiner Mission geworden und ich freue mich über jede Patientin, der ich dadurch helfen kann.

Pränataldiagnostischen Untersuchungen sollten nicht elitär und auch nicht das Privileg von Wohlhabenden sein, vielmehr sollten politisch Verantwortliche endlich allen schwangeren Frauen den neuen, bestmöglichen Standard ermöglichen! Wenn man mit den heutigen Methoden eine Schwangerschaft besser betreuen und damit viel Leid und Folgeerkrankungen ersparen kann, sollten all diese Untersuchungen zum Standard in unserem Mutter-Kind-Pass werden!

So finden Sie uns

Dr. Dietmar Moosburger - Pränatale Diagnostik & Gynäkologie

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5020 Salzburg

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